Beach-Volleyballer Huber/Seidl gehen getrennte Wege

Beach-Volleyballer Huber/Seidl gehen getrennte Wege

Das heimische Beach-Volleyball-Duo Alexander Huber und Robin Seidl geht künftig getrennte Wege. Die beiden Kärntner gaben am Dienstag bekannt, dass sie nach sieben Jahren nicht mehr miteinander auf dem Court stehen werden. “Nach so vielen Jahren hatte sich die Beziehung etwas abgenutzt”, gestand Huber auch “Reibereien auf dem Spielfeld” ein. Das Duo hatte bei Olympia in Rio Rang neun belegt.

 


Wie Stefanie Schwaiger wegen des Rücktritts ihrer Partnerin Barbara Hansel werden damit auch der 31-jährige Huber und der fünf Jahre jüngere Block-Spezialist Seidl künftig mit neuen Partnern spielen. Die Trennung wird Auswirkungen auf andere Konstellationen im heimischen Herren-Beach-Volleyball haben.

 

“Die Entscheidung überrascht mich ein wenig”, sagte etwa Robert Nowotny, Betreuer von Alexander Horst (33) und Clemens Doppler, der am Dienstag seinen 36. Geburtstag feierte. In den kommenden Wochen sollen – gemeinsam mit dem Österreichischen Volleyball-Verband (ÖVV) – die Weichen gestellt werden.

Für Huber ist zumindest die Heim-Weltmeisterschaft 2017 in Wien noch ein ganz konkretes Ziel. Ob der Familienvater danach wie der fünf Jahre jüngere Seidl auch nochmals eine Olympia-Kampagne für Tokio 2020 startet, hängt vom Erfolg der künftigen Partnerschaft ab.

 

Huber/Seidl sind in sieben gemeinsamen Saisonen mit weit über 100 Turnieren und über 500 Spielen zweimal Staatsmeister geworden und haben zweimal Neunte Plätze bei Europameisterschaften errungen. Zu Podestplätzen auf der World- und Europa-Tour kam abschließend Platz neun bei Olympia als größter Karriere-Erfolg.

Vier Wochen später machten Huber/Seidl ihre Trennung offiziell. “Mit dem Erfolg in Rio hatten wir unser Olympia-Projekt erfolgreich abgeschlossen. Es war der perfekte Moment, es zu beenden”, erklärte Huber, der schon 2012 eine Veränderung angepeilt hatte, gegenüber der APA die nun fixe Trennung.

 

Sportlich sei Seidl aber mit Sicherheit der beste verfügbare Spieler. “So einen wie ihn gibt es aufgrund seiner speziellen Spielweise hierzulande nicht noch ein Mal”, erklärte der Klagenfurter Huber. Die neuen Partner sollen bald fest stehen, auch der ÖVV wird bei den Entscheidungen maßgeblich mitreden.

 

Ob und wie die österreichischen Herren-Duos künftig und auch schon im Hinblick auf Olympia 2020 in Tokio aussehen sollen, soll offenbar schon in den kommenden Wochen festgelegt werden. Doppler und Horst, ebenfalls Olympia-Neunte, sind derzeit dabei, ihre Zukunft abzustecken. Beach-Volleyball war die einzige Outdoor-Ballspielsportart, in der Österreich bei Olympia 2016 vertreten war – und das mit zwei Herren-Teams mit österreichischen Trainern.

Dass die nunmehrige Trennung von Seidl/Huber Auswirkungen hat, liegt auf der Hand. “Aktuell herrscht etwas Ungewissheit”, gestand Nowotny. Der Ex-Spieler plädiert aber dafür, sich mit den Entscheidungen Zeit zu lassen. “Mich überrascht die Trennung von Seidl und Huber insofern, weil sie zuletzt wieder an ihre guten Leistungen angeschlossen haben. Außerdem genügen für eine Olympia-Qualifikation drei Jahre, man hätte also durchaus vorher noch die WM in Wien gemeinsam spielen können.” Was seine Schützlinge Doppler/Horst betrifft hielt Nowotny fest: “Sie haben jedes Jahr eine Medaille gewonnen und immer noch die Chance, sich weiterzuentwickeln.”

Was die aktuellen Beach-Volleyball-Paarungen betrifft, wollte Verbandspräsident Peter Kleinmann am Tag der Trennung von Alexander Huber und Robin Seidl keine Namen nennen. “Nur so viel. Wir haben oder hatten ein Damenteam mit zwei Vorderspielerinnen und ein Herrenteam mit zwei Hinterspielern. Das sind nicht die besten Varianten”, erklärte Kleimann.

 

Gespräche über Veränderungen werden in den kommenden Wochen geführt. “Wir haben ja eine Heim-WM vor der Tür und denken schon an 2020 und 2024”, betonte Kleinmann.

 

Allerdings steht der österreichische Beach-Volleyball-Sport nach Olympia 2016 in Rio vor einem Umbruch. “Es ist einiges zu verändern. Wir wollen den Sport professionalisieren und den Spielern künftig ganz die Konzentration auf den Sport ermöglichen”, machte Kleinmann gegenüber der APA klar, dass es runderneuerte Strukturen geben wird.

Es gehe vor allem darum, künftig auch als Verband noch professioneller zu arbeiten und so Medaillengewinne sicherzustellen. Dafür soll es ausreichend Geld, gute Organisation und eine möglichst perfekte Infrastruktur geben. So sollen die künftigen Nationalkader-Gruppen bei Damen und Herren im Wiener Beachvolleyball-Zentrum unter ÖVV-Coaches gezielt trainieren. Bezüglich Trainern wolle man sich auch “Impulse aus dem Ausland holen”, betonte Kleinmann.

 

Laut Kleinmann sei es insgesamt Zeit gewesen, nachzudenken, “wie wir im Beachvolleyball den Anschluss an die Weltspitze nicht verlieren, sondern weiter Weltklasse sein wollen”. Dazu müsse man alle Maßnahmen setzen, damit sich die Athleten voll auf den Sport konzentrieren können und Erfolge eingefahren werden. “Wir sind ja auch verantwortlich dafür, was mit den Fördergeldern geschieht. Alles ordnet sich gerade neu.”

 

Das Projekt Rio sei jedenfalls nicht schuld an der ausgebliebenen Beach-Medaille in Brasilien gewesen. “Beach-Volleyball hat alles bekommen, was man gebraucht hat. Schuld sind der Verband und die dort gezeigten Leistungen”, betonte Kleinmann. Die Leistungen der Sportler in Rio seien auch nicht schlecht gewesen. “Aber das Ziel der Medaille haben wir eben nicht erreicht”, sagte Kleinmann, der sich nach wie vor über Medienberichte, wonach 20 Millionen Euro für eine (Segel- Anm.) Bronzemedaille ausgegeben worden seien, sehr ärgert. “Da reden einige wie Blinde von der Farbe.”

 

6. September 2016 13:28 Akt.: 6. September 2016 13:31, http://www.salzburg24.at/beach-volleyballer-huberseidl-gehen-getrennte-wege-2/apa-s24_1531806146

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